Jahresbericht 2009

Wieder geht ein Jahr viel zu schnell zu Ende, ein Jahr, in dem wir liebe Freunde aus den Partnerstädten begrüßen und beeindruckende Begegnungen erleben konnten, die unvergessen bleiben.

Wieder wurden neue Freundschaften geschlossen und langjährige Kontakte gepflegt. Fotos aller Begegnungen finden Sie auf unserer Homepage www.fis-ingelheim.de.

 


Am 16.März trafen sich die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung auf der die „Grundsätze zur Beteiligung an Bürgerreisen“ nach einer eingehenden Diskussion beschlossen wurden. Dank dieser Grundsätze haben in diesem Jahr viele Ingelheimer zum ersten Mal an einer Bürgerreise teilgenommen und FIS hat zehn neue Mitglieder gewonnen. Aber diese Grundsätze verursachten auch Verstimmungen über die wir in der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 10. Februar 2010, reden werden.

An diesem Abend finden auch Vorstandswahlen statt. Jedes Mitglied hat das Recht, in der Versammlung Kandidaten zu benennen.


Nun zu einzelnen Aktivitäten:


Was wäre der Ingelheimer Ostermarkt ohne die Familie Ilski aus Neisse und Cécile Léger und Winzer Bernard Royet aus Autun. An beiden Ständen treffen sich inzwischen viele Stammkunden, nicht nur zum Einkauf, sondern auch zu netten, freundschaftlichen Gesprächen.

Im März besuchten sechs Schüler des Bereichs Mechatronik der Zespól Szkól Mechanicznych ZSM-Neisse mit ihren Betreuern die Berufsbildende Schule Ingelheim (BBS). Die polnischen Auszubildenden absolvierten während dieser 10 Tage Praktika in verschiedenen Kfz-Betrieben und lernten so ein Ausbildungssystem kennen, das es in ihrer Heimat nicht gibt. Zum Abschluss des Besuches unterzeichneten die beiden Schulleiter Danuta Kruk-Rozak und Wolfgang Fluche einen Kooperationsvertrag und besiegelten die Partnerschaft somit auch offiziell.


Anfang Mai folgten die Ingelheimer Tanzgruppen „Just4Fun“ und „Skin-Deep“ einer Einladung zum 1. Internationalen Tanzfestival „World Dance“ in Neisse. Bei dieser Veranstaltung begeisterten die Ingelheimer mit ihren glamourösen und geradezu artistischen Showtänzen das Neisser Publikum.

Zwei Neisser Tanzgruppen erwiderten im August den Besuch und begeisterten die Besucher des 5.Showtanz Openair „Die Burg bebt“ auf der Freilichtbühne in Ober-Ingelheim.


Ebenfalls im Mai besuchten 44 Ingelheimer unsere Partnerstadt San Pietro in Cariano. Die Weißweinstadt Soave war das Ziel des ersten Ausfluges, es folgte Bolca, das Dorf in den lessingschen Bergen, das für seine Fossilien weltberühmt ist. Der Besuch des Weinfestes im Stadtteil Pedemonte war natürlich wie immer ein Erlebnis, ebenso wie der Ausflug nach Mantua, das bekannt ist durch den Palazzo Te des Architekten Giulio Romano aus dem 16ten Jahrhundert und durch zahlreiche historische Bauten.


Von Mitte Mai bis Anfang Juli absolvierte Camille Devaraine aus Autun im Rahmen ihrer Ausbildung zur Officemanagerin ein 7-wöchiges Praktikum in der Touristinformation - sie wohnte privat bei den Familien Proksch und Neß - vielen Dank für die gewährte Gastfreundschaft. Es gefiel ihr so gut in Ingelheim, dass sie im Juli zum Treffen der Jugendlichen aus den drei Partnerstädten zurückkam.


Zum fünften Mal in Folge trafen sich Ende Juli Jugendliche aus Autun, Stevenage und Ingelheim unter dem Motto „3towns-1vision“, diesmal in der Bingerbrücker Jugendherberge. Der Besuch von Burgkirche und Wehrmauer beeindruckte die 37 Jugendlichen; überrascht waren sie vom Blick über die Stadt, den sie nach dem Aufstieg zum Malakoff-Turm genossen. Die Betreuung machte Inge Reinholdt und mir erneut viel Spaß, denn die Jugendlichen waren interessiert und aufgeschlossen, ihr freundschaftliches Miteinander und ihre gute Laune waren Kennzeichen von „3ts-1v 09“. Nächstes Jahr findet die Begegnung vom 24. bis 29. Juli in Autun statt, es sind noch einige Plätze frei - das Anmeldeformular finden Sie auf unserer Homepage.


Unser Chanson-Abend im Weingut Bettenheimer war sehr gut besucht, wir wollten einen gemütlichen französischen Abend feiern mit gutem französischen Essen und Ingelheimer Wein. Obwohl der Abend nicht unbedingt gelungen war, sollten wir auch in Zukunft nicht nur dann feiern, wenn wir Gäste haben.


Das jährliche Dreiertreffen fand 2009 in Autun statt. Die französischen Freunde hatten in bewährter Weise wieder ein reichhaltiges und interessantes Programm zusammengestellt. Neben ausreichend Zeit zur freien Verfügung fuhren die Gruppen zur Zisterzienserabtei von Fontenay und dem mittelalterlichen Städtchen Flavigny sur Ozaine, das sein uraltes Stadtbild unverändert seit Jahrhunderten erhalten hat. Eine Weinprobe stand natürlich auch auf dem Programm - man war ja schließlich in Burgund. Festlicher, unvergesslicher Höhepunkt war ein Galaabend im „Salle Eduen“ im neuen Ausstellungszentrum von Autun. Das Dreiertreffen 2010 findet vom 20. bis zum 24. Mai in Stevenage statt.


Begleitet von Michelle Charvolin-Dörr und mir weilten 28 Ingelheimer am ersten Augustwochenende in Autun. Ziel der Reise war der Besuch des Spektakels „Augustodunum - die Reise der Murcie“ im römischen Theater. Über 250 Darsteller, gallopierende Pferde, eine von einem Collie getriebene Schafsherde, bunte Kostüme und fantastische Lichteffekte ließen die gallo-römische Zeit Bibractes (des heutigen Autuns) lebendig werden. Ein Empfang im Rathaus, Besichtigungen und eine kulinarische Weinprobe bei Bernard Royet (unserem Oster- und Weihnachtsmarkt-Winzer) rundeten einen gelungenen Wochenendausflug in die Partnerstadt ab - eine Fahrt, die nach Meinung vieler Teilnehmer wiederholt werden sollte, wenn ein neues Spektakel aufgeführt wird.


Vom 10. bis 13.Oktober besuchte eine große Ingelheimer Delegation Neisse wo sie herzlich von Bürgermeisterin Jolanta Barska begrüßt wurde. Höhepunkt des Besuches war eine dreistündige Aufführung von Schülern des Gymnasiums 3, das eine Partnerschaft mit der Ingelheimer IGS anstrebt. Die Openair-Aufführung hatte das Leben Karls des Großen zum Inhalt. Beeindruckend waren die Leistungen der jungen Darsteller, die in den Sommerferien ihre Texte gelernt hatten und nach Schulbeginn nur wenig Zeit für Proben hatten, ebenso fasziniert waren wir von der Simultanübersetzung.

Im Laufe der Begegnung wurde der Beschluss gefasst, im September 2010 Ingelheimer Tage in Neisse zu veranstalten. Die Federführung bei der Organisation hat Kai Hußmann übernommen. Vom 10. bis 12. September 2010 wird sich die Stadt Ingelheim möglichst breit


gefächert (Wirtschaftsbetriebe, landwirtschaftliche Produkte - aber auch Kunst- und Kulturdarbietungen u.a.) in der polnischen Partnerstadt vorstellen. Vom 10. bis 13. Juni werden unsere polnischen Freunde Ingelheim besuchen.


In den ersten Jahren der Städtepartnerschaften nach dem Krieg war der Schulaustausch Motor der Begegnungen. Heute müssen mühsam neue Kontakte mit den Schulen der Partnerstädte aufgebaut werden. Vorreiter sind ZSM-Neisse und BBS-Ingelheim die bereits einen Kooperationsvertrag geschlossen haben; zur Zeit bemühe ich mich mit Hilfe von Cllr. Howard Burrell einen Kontakt zwischen der BBS und dem North Herts College of Further Education in Stevenage herzustellen. Die Schulpartnerschaft zwischen dem SMG-Ingelheim und Nobel in Stevenage entwickelt sich langsam, das Gymnasiums 3 in Neisse und die IGS-Ingelheim kommen sich ganz langsam näher.


Letzte Aktivitäten 2009 waren die Teilnahme an den Weihnachtsmärkten in der Alten Markthalle und in Autun. Cécile Léger hatte Philippe Labondes beliebte Entenspezialitäten, den bei uns sehr begehrten Ziegenkäse und weitere burgundische Leckereien mitgebracht, Bernard Royets Weine und besonders der Crémant de Bourgogne fanden erneut großen Anklang.

Unsere polnische Partnerstadt vertraten vier Damen vom Neisser Kunstverein, die selbst Kunstunterricht erteilen. Sie zeigten eine große Auswahl ihres vielseitigen Schaffens.


Volkmar Fischer und ich weilten zum Weihnachtsmarkt in Autun – wir hatten Ingelheimer Weißweine (Grauburgunder, Riesling und vor allem den in Autun sehr begehrten Gewürztraminer), Weihnachtsstollen und Weihnachtsplätzchen anzubieten. Wie im letzten Jahr waren Zimtsterne und der Gewürztraminer besonders gefragt.



Neues aus den Partnerstädten:


In Neisse wurde ein Verein zur Pflege der Städtepartnerschaft gegründet. Vorsitzende ist die vielen Ingelheimern bekannte Regina Stajak.


In Autun wurde Marie-Francoise Strasberg Nachfolgerin von Yves Lemoine als Présidente du Comité des Jumelages.


Presidente Comitato per i Gemellaggi in San Pietro wurde Dr. Carla Bassi, sie folgt auf Giancarlo Viviani. Ich freue mich sehr auf unsere Zusammenarbeit mit den drei Damen.


Wir blicken auf ein sehr aktives Jahr durchaus zufrieden zurück. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Ich danke den Mitgliedern des Vorstandes für ihre engagierte Arbeit und das gute, freundschaftliche Miteinander. Unser aller Dank gilt auch dem Rat und der Verwaltung der Stadt Ingelheim für die großzügige Unterstützung.


2009 war ein gutes Jahr für FIS - wir sind zuversichtlich, dass auch das Jahr 2010 einen guten Verlauf nimmt.