Bonjour La France

Fotografien bis 28.5. in der Rathausgalerie ausgestellt

„Bonjour La France“ lautet das Motto der Europawoche 2010.

Konsequenterweise verzichtete man daher in der Rotweinstadt am Ende eines offiziellen Anlasses vorübergehend auf das „Ingelheimer Nationalgetränk“ und sprach stattdessen französischem Champagner zu. Vorzüglichem Champagner, der nicht aus der Champagne kommt und infolgedessen „Crémant“ genannt wird. Dies war ein Gastgeschenk der Freunde aus der Partnerstadt Autun, die hierher kamen, um u. a. die Fotoausstellung „Sans frontières - ohne Grenzen“ ihrer Landsmännin, Danielle Thévin, zu eröffnen: Eine Vernissage, veranstaltet vom Amt für Kultur und Touristik, dem Weiterbildungszentrum und dem Förderverein Ingelheimer Städtepartnerschaften, und gleichzeitig Startschuss für die Europawoche.

Den musikalischen Auftakt besorgten Mitglieder der „Les Morvandiaux d´Autun“, einer Folkloregruppe, die mit ihrem Président, Gérard Marchand, die Europawoche bereichern.

In Begrüßungsworten, die auch den Ausgestaltern der Europawoche (mit dem Ingelheimer Ideengeber, Ernst J. Scheiner/VHS an der Spitze) galten, hatte Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard das Werk der Autuner Fotografin, charakterisiert. Die Feststellung „Fotos brächten das Licht der Erkenntnis und Schönheit“ könne man nach dem Beschauen der Bilder Thévins, die bemerkenswerte Interpretationen des Alltags von Autun eingefangen hat, bestätigen. Für die verhinderte Künstlerin sprach Marie-Francoise Strasberg, Präsidentin des Partnerstädtekomitees, zur Bedeutung der Europawoche, die sie ebenso hoch leben ließ, wie die Partnerschaft zwischen Ingelheim und Autun. Dabei unterstrich Frau Strasberg Ingelheimer Bemühungen um die Intensivierung der Städtebeziehungen.

Zum Schaffen der Fotografin bestätigte auch sie, dass Thévin die Menschen, ihren Lebensrahmen und die Monumente der römischen Gründung Autun gut beobachtet habe.

(Die Künstlerin bietet ihre Bilder zum Kauf an und hat einen einheitlichen Preis von 50 Euro pro Bildtafel festgesetzt).

Anekdotisch-humorig und sehr persönlich knüpfte die Ingelheimer Stadtführerin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins für Städtepartnerschaften, Michelle Charvolin-Dörr aus Mâcon/Frankreich an das Motto an:

Seit sie vor 25 Jahren aus Liebe an den Rhein kam, „haben sich beim Kennenlernen der Sitten und Gebräuche Grenzen in meinem Kopf verschoben“. Das Klischee vom ernsten, disziplinierten Deutschen verschwand. Sollte sie Baguette gegen Pumpernickel tauschen und statt Beaujolais lieber „Schoppe“ trinken? Grenzen hätten sich jedoch auch aufgetan. Die Familie musste sich mit interkulturellen Problemen befassen; Heimweh machte sich bemerkbar. Und „bei Blutwurst und Bohnencafé“ sehnt sie sich immer noch nach Baguette und Café au Lait. Aber: Zwei Töchter sind mittlerweile ohne Vorurteile und Grenzen herangewachsen, weil ihnen deutsch-französisches Lebensgefühl in die Wiege gelegt wurde.

Für die Ausländerbeiräte, die sich in Stadt und Landkreis mit Migration und Integration beschäftigen umriss Minas Ioannidis die Bedeutung der Europawoche für die Bereiche politischer (Meinungs)Bildung und die Förderung europäischen Bewusstseins.

Er wies auf Höhepunkte der kommenden Veranstaltungstage hin und dankte den, für die Europawoche Verantwortung Tragenden, für ihr Engagement.


(Text: Heinrich W. Hamann)