Ingelheimer Tage in Neisse

Ingelheimer Tage in der polnischen Partnerstadt Neisse

In Begleitung ihres Oberbürgermeisters Dr. Joachim Gerhard fuhren 40 Ingelheimer vom 9. bis 12. September 2010 in die polnische Partnerstadt Neisse zu den zum ersten Male dort stattfindenden „Ingelheimer Tagen“. Im Rahmen einer kleinen Messe wurden Vereine und Schulen, Gewerbe und Verwaltung sowie die historischen Sehenswürdigkeiten der Rotweinstadt präsentiert.

 

Ein dicht gedrängtes Programm erwartete die Ingelheimer Delegation in der Partnerstadt. Beim Empfang am Freitag stellte Dr. Gerhard nach der offiziellen Begrüßung durch den Rat der Stadt Neisse die mitgereisten Ingelheimer Gruppen vor. Das Schulorchester der IGS hatte seinen ersten Auftritt mit einem Potpourri von klassischen und modernen Melodien und junge Polen beeindruckten mit gelungenem Sologesang.

Nach dem Empfang besuchten die Ingelheimer in verschiedenen Gruppen die Neisser Musikschule und das Museum. Die Delegation der Stadtverwaltung und des Stadtrates wurde zu einer Besichtigung eines Neisser Unternehmens eingeladen, das zu den größten Herstellern von Bioalkohol in Europa gehört. Dort werden in einer weitgehend automatisierten Produktionsanlage pro Jahr über 140 Millionen Liter Bioalkohol aus Mais produziert, die an alle großen Raffinerien Europas als Treibstoffbeimischung geliefert werden.

Am Nachmittag ließ es sich die Neisser Bürgermeisterin Jolanta Barska nicht nehmen, die Ingelheimer selbst durch ihre Stadt zu führen, während das IGS-Orchester einen weiteren Auftritt vor jungen Neissern hatte. Zum Abschluss des Tages besichtigte die deutsche Delegation ein historisches preußisches Fort am Stadtrand, das wie viele der nach dem Krieg noch erhaltenen historischen Bauwerke der Stadt von den Polen detailgetreu restauriert wurde. Zum Abschluss des Tages ließen die Gastgeber mit den Ingelheimern in den Kasematten des Forts bei einem gemeinsamen Abendessen den Tag ausklingen.

Samstags fanden dann die „Ingelheimer Tage“ im historischen Fort St. Hedwig statt. Die Idee zu den „Ingelheimer Tagen“ entstand während einem der letzten Partnerschaftstreffen, da sich herausstellte, dass in der Neisser Bevölkerung ein großes Bedürfnis nach Information zur Partnerstadt besteht. Die Partnerschaftsvereine der beiden Kommunen setzten in über einjähriger Zusammenarbeit das gemeinsam erarbeitete Konzept in die Tat um.

In einer Plakatausstellung präsentierten sich die Verwaltungen von Stadt und Landkreis, u.A. mit dem Beirat für Integration und Migration. IGS und BBS, die bereits aktive Partnerschaften mit Neisser Schulen unterhalten und das WBZ als Beispiele für das Bildungswesen waren ebenso vertreten wie Schubertquartett und Bläserchöre exemplarisch für Ingelheimer Vereine. Forschungsstelle Kaiserpfalz und das Museum repräsentierten das historische Ingelheim. Im Jubiläumsjahr 2010 dokumentierte Boehringer Ingelheim in seiner Präsentation sowohl die Geschichte des Unternehmens, als auch die weltweiten Aktivitäten und Investi-tionen für die Zukunft an den Standorten Ingelheim und Biberach. Der Förderverein Ingelheimer Städtepartnerschaften stellte sich den Neisser Bürgern ebenso vor wie das Stadtfernsehen, das nicht nur die „Ingelheimer Tage“ dokumentierte, sondern auch in einem über einstündigen polnisch untertitelten Film die Rotweinstadt vorstellte. Powerpoint-Präsentationen ergänzten die Plakatausstellung.

Begleitet wurde die umfangreiche Ausstellung von Vorführungen des Schulorchesters der IGS und polnischen Gesangs- und Tanzgruppen; die polnische Partnerschule der Ingelheimer Berufsbildenden Schule führte ferngesteuerte Minicars vor, die sie im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit den Ingelheimer Berufsschülern entwickelt und gebaut hatten.

Auch für das kulinarische Wohl war gesorgt, ein Zentner Obst von der VOG, Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Mirabellen fanden ebenso wie der Wein der Rotweinkönigin regen Zuspruch der Besucher. Ingelheimer Bier aus dem Brauhaus Goldener Engel und Ingelheimer Knäckebrot ergänzten die kulinarische Vorstellung Ingelheims.

Mehrere hundert Neisser Bürger besuchten bei herrlichem Herbstwetter die Veranstaltung. „Die Resonanz übertrifft unsere Erwartungen“ freute sich Volker Mathes, der Vorsitzende des Fördervereins Ingelheimer Städtepartnerschaften. „Wir konnten vielen Neisser Bürgern unser Ingelheim näher bringen und freuen uns auf die geplante Präsentation Neisses in Ingelheim“ bestätigt Dr. Gerhard, der den Besuch in Neisse auch zu Gesprächen mit seiner Amtskollegin Jolanta Barska und Mitgliedern des Neisser Stadtrates nutzte.

Beim Abschiedsabend zogen Bürgermeisterin Barska und Dr. Gerhard ein positives Fazit der vergangenen Tage „Die Städtepartnerschaft mit Ingelheim und solche gemeinsamen Aktivitäten sind für Neisse ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Europa“ betonte Bürgermeisterin Barska in ihrem Dank an die Organisatoren und Dr. Gerhard ergänzte, wie sehr er es begrüßt, dass sich die Part­ner­schaft mit Neisse zur aktivsten Partnerschaft Ingel­heims entwickelt hat. Die Stadtoberhäupter bedankten sich dann mit Geschenken bei den für die Organisation Verantwortlichen der Partnerstädte und tauschten selbst die offiziellen Ge­schen­ke aus. Dr. Gerhard erhielt ein Bild der Stadt Neisse, während sich die Gastgeber über einen Kirschbaum freuten, den die Ingelheimer mit einem Messingschild zur Erinnerung an die ersten „Ingelheimer Tage“ mitgebracht hatten, der einen Ehrenplatz in Neisse erhalten wird. Mit einem Abendessen, bei dem sich die Tische, wie es in Polen üblich ist, vor Speisen und Getränken förmlich bogen, endete der Besuch, bevor die Ingelheimer am nächsten Morgen erschöpft aber wehmütig die Heimreise antraten.

 

Bilder von der Veranstaltung