Besuch in Neisse

Ingelheimer besuchen die polnische Partnerstadt

31 Ingelheimer - unter ihnen OB Ralf Claus mit Gattin , der Neisser Ehrenbürger Joachim Gerhard und Rotweinkönigin Julia II. - besuchten kürzlich Ingelheims polnische Partnerstadt Neisse.  Dank den kompetenten Übersetzungen durch Regina Matczak und Kai Hussmann gab es keinerlei Verständigungsprobleme.

Gleich am ersten Tag gab es eine Überraschung : auf einem außergewöhnlichen literarischen Spaziergang durch Neisse . Eine Dozentin der Neisser Fachhochschule- an der auch künftige Deutschlehrer ausgebildet werden - stellte den 1886 in Neisse geborenen protestantischen Schriftsteller Max Herrmann-Neisse vor. Der Kleinwüchsige besuchte das Carolinum in Neisse , studierte in München und Breslau und was 1917 gezwungen , seine Heimatstadt Neisse zu verlasssen – Er ging nach Berlin wo er in den zwanziger Jahren einer der bekanntesten Literaten war , wozu neben seinen Texten auch die auffällige Gestalt ( er war kleinwüchsig ) beitrug. Wenige Tage nach dem Reichstagsbrand ging er ins Exil – seine Bücher wurden von den Nationalsozialisten verbrannt.Er wurde 1938 aus Deutschland ausgebürgert und starb verbittert 1941 in London.

Am zweiten Besuchstag erlebte die Gruppe auf einer Stadtrundfahrt in einer historischen Straßenbahn Breslau.Hier beeindruckte besonders die nach der Kriegszerstörung im alten Stil wieder aufgebaute Altstadt .Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Panoramas von Radclawice in Breslau. In einem monumentalen Panoramegemälde wird die Schlacht von Radclawice dargestellt als sich 1794 polnische Bauern – bewaffnet mit Sensen,Knüppeln und Dreschflegeln - erfolgreich gehen die russische Herrschaft erhoben.

Eine Neissebesuch ohne Musik ist wie Polen ohne Wodka.

Tausende – darunter auch die Ingelheimer - besuchten ein Konzert von Thomas Andres und seiner Band Modern Talking im Neisser Stadion. So richtig Stimmung kam aber auf beim geselligen Abend als Joachim Gerhard zum Akordeon griff und mit Neisser Gitarristen den Saal zum Beben brachte. Polnische und deutscher Lieder wurden gesungen, es wurde viel gelacht und geschunkelt. OB Ralf Claus und Bürgermeisterin Jolanta Barska tauschten Geschenke aus , die Rotweinkönigin sprach ihr Grußwort auf Polnisch – ein rundum gelungener Abend.

Unter den Reisenden befanden sich viele Mitglieder des Fördervereins Ingelheimer Städtepartnerschaften , “ wir freuen uns riesig “– so der Vorsitzende Volker Mathes – “schon jetzt mit den Vorbereitungen für den Gegenbesuch 2014 zu beginnen ; es wird nicht leicht sein, den polnischen Freunden solch ein unvergessliches Programm zu bieten , wie es die Ingelheimer erleben durften.“