Bürgerreise nach Neisse

Ingelheimer Bürgergruppe in Nysa
Die polnische Partnerstadt Neisse war das Ziel einer vierzigköpfigen Bürgerreise der Stadt Ingelheim am Rhein. Im jährlichen Wechsel
besuchen    sich Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Stadträte, Verwaltungen und Städtepartnerschaftsvereine. Die Ingelheimer waren teils in Familien und teils in einem ehemaligen Priesterseminar untergebracht. Bürgermeisterin Jolanta Barska und Regina Stajak, die Präsidentin des Neisser Städtepartnerschaftsvereins, begrüßten die Ingelheimer nach ihrer 830 km langen Anreise und hießen sie herzlich willkommen. Der erste Besuchstag führte in die 30 km entfernt gelegene Stadt Jesenik, die tschechische Partnerstadt von Neisse am Rande des Altvatergebirges. Bekannt ist Jesenik insbesondere durch sein Sanatorium. Das Bad Jesenik wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Therapeuten Vincenz Priessnitz gegründet.
Aber selbstverständlich standen auch Besichtigungen in Neisse auf dem Programm. Die Stadt Neisse ist mit ihren heute 50.000 Einwohnern Sitz der Kreisverwaltung des gleichnamigen Kreises. Neisse, einst eine der ältesten Siedlungen in Schlesien, ist bekannt durch seine vielen Kirchenbauwerke und zahlreichen, zum Teil sanierten Befestigungsanlagen, wie die Jadwiga-Bastion oder das Fort Preußen. Beliebt bei Touristen und Wassersportfreunden ist Neisse auch wegen seines Erholungszentrums am Neisser See.
Ein Höhepunkt der Begegnung war eine dreistündige Aufführung von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Nr. 3, die das Leben Karls des Großen zum Thema hatte. Ort dieses Schauspiels, das immer wieder durch Schlachtszenen mit historischen Waffen und Rüstungen bereichert wurde, war das ehemalige Wasserfort, wo die jungen Akteure diese tolle Leistung darboten. Die Ingelheimer und Neisser Zuschauer belohnten die Schauspieler mit einem großen und lang anhaltenden Applaus.
Aktuell laufen Vorbereitungen zur Anbahnung von Kontakten des Gymnasiums Nr. 3 zur Integrierten Gesamtschule Ingelheim, mit dem Ziel, ergänzend zu den bereits seit 2 Jahren gepflegten Kontakten zwischen der Berufsbildenden Schule Ingelheim und der Neisse Zespól Szkól Mechanicznych eine weitere Schulpartnerschaft ins Leben zu rufen.
Beeindruckend war auch der Tagesausflug in die 650.000 Einwohner zählende Stadt Breslau. Nach einer Fahrt in einer historischen Eisenbahn konnte am Nachmittag die Stadt mit ihren zahlreichen Brücken, Kirchen und Flüssen auf eigene Faust erkundet werden.

Während des Partnerschaftsabends bedankte sich Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard im Namen aller Mitreisenden und des Fördervereins Ingelheimer Städtepartnerschaften für das interessante Besuchsprogramm und die warmherzige Gastfreundschaft. Dr. Gerhard stellte einige vorbildliche Partnerschaftsprojekte besonders heraus, die diese mittlerweile sechsjährige Städtepartnerschaft zwischen Ingelheim und Neisse charakterisieren.
Beim gemeinsamen Singen von deutschen und polnischen Liedern fand die Begegnung ihren Ausklang, und es wurden bereits Pläne für das nächste Jahr geschmiedet.


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